KUNST AM BUCH

Kunst am Buch

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Gruel, Léon
195×282
1904
FR
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Book cover
Book detail 1
Book detail 2
Book detail 3

Zum Einband:

Ganzfranzband Rotes Maroquinleder, 5 Bünde, ganzflächiges Dekor auf Rücken, Vorder und Hinterdeckel mit korallenfarbigen Lederauflagen und reicher Handvergoldung (Korngarben, Kornähren und Signet BHB), Stehkantenvergoldung mit Doppellinie, dreiseitiger Goldschnitt, mehrfarbiges handgestochenes Kapital, Zeichenband, reiche Innenkantenvergoldung, Spiegel und fliegendes Blatt elfenbeinfarbenes Moiré, Nachgefertigt neu: Halblederchemise mit fünf Bünden und Goldtitel, Überzug Pariser Marmorpapier, einfacher Schuber mit Leder eingefasst und gleichem Marmorpapier überzogen.

Les Princesses

Zum Inhalt:

Théodore de Banville: Les Princesses

Mit lllustrationen von Georges Rochegrosse, Radierungen geätzt von Eugène Renouand.

Ed. de tête sur japon, Ex. No. 36 von 130, Librairie des Amateurs, F. Ferroud succ., 1904

Exlibris: Bibliothèque Pierre Morhange Liebesgedicht: (Ausschnitt) "Die Haare auf ihren funkelnden Stirnen glänzen und ihre schneebedeckten Brüste werden lebendig und ihre Lippen öffnen sich wie blutige Blumen."

Drei Gruel-Generationen haben die 1811 von Isidore Deforges gegründete Werkstatt erfolgreich betrieben. 1825 übergab Deforges diese seinem Schwiegersohn Pierre Paul Gruel, der Kupferstecher gelernt hatte, sich aber sehr schnell in die Buchbinderei einarbeitete. Als dieser 1846 starb, führte seine Witwe die Werkstatt zunächst allein weiter. Ab 1850 zusammen mit ihrem 2. Ehemann, Jean Engelmann, einem renommierten Lithographen. Ab 1875 führte Léon Gruel, der 1841 aus erster Ehe geborene Sohn, die Firma weiter. Vorerst zusammen mit Edmond Engelmann, Sohn aus zweiter Ehe, ab 1892 dann allein. Die Kompetenz und Intelligenz des gut ausgebildeten Léon machten die Werkstatt zur ersten Pariser Adresse für Einbandkunst. 1902, kurz nach dem Tode seiner Frau zog der kränkelnde Léon nach Südfrankreich und überliess das Geschäft seinem 1864 geborenen Sohn Paul.

Léon Gruel besass eine der schönsten Einbandsammlungen von Paris. Er verfasste auch mehrere viel beachtete Fachbücher, z.B. 1887 und 1905: Manuel historique et bibliografique.